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09.01.2026

ME.LAK: Gemeinsam für die Stadtreinigung der Zukunft

In Duisburg entsteht derzeit ein innovatives Projekt für die Stadtreinigung der Zukunft: Mit „ME.LAK – Menschenzentrierte Entwicklung einer autonomen Kehrmaschine und Leitstelle“ entwickeln die Wirtschaftsbetriebe Duisburg gemeinsam mit Partnern aus Industrie, Wissenschaft und IT eine autonome, vollelektrische Kehrmaschine. Die Wirtschaftsbetriebe Duisburg stehen als Konsortialführer einem Zusammenschluss von insgesamt fünf Partnern vor und koordinieren und steuern das gesamte Projekt. Das Projekt läuft seit dem 1. Mai 2025 und wird durch das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie NRW mit Mitteln aus dem EFRE/JTF-Programm 2021-2027 gefördert.

Vollautomatisierte Reinigung – sicher, effizient und emissionsfrei

Im Mittelpunkt von ME.LAK steht die Entwicklung einer autonomen, vollelektrischen Kehrmaschine nach SAE-Level 4. SAE-Level 4 beschreibt dabei ein Automatisierungslevel bei dem das Fahrzeug in klar definierten Einsatzbereichen alle Fahr- und Reinigungsaufgaben selbstständig ausführt. Das Fahrzeug soll künftig den gesamten Arbeitsprozess – vom Laden über den Reinigungsvorgang bis zur Entleerung – eigenständig durchführen können. Über eine von geschulten Remote-Pilotinnen und -Piloten besetzte Leitstelle wird der Betrieb überwacht und bei Bedarf unterstützt.

Impulse für eine moderne Stadtreinigung

Die Stadtreinigung steht vor großen Veränderungen: Fachkräftemangel erschwert die Besetzung von Kehrmaschinen, körperliche Belastungen mindern die Attraktivität des Berufs und gleichzeitig steigen die Anforderungen an digitale und effiziente Arbeitsprozesse.

ME.LAK setzt genau hier an: Das Projekt verbindet technologische Innovation mit einer Weiterentwicklung der Arbeitswelt. Neue digitale Unterstützungsangebote, ergonomischere Abläufe und zusätzliche Tätigkeitsprofile sollen die Beschäftigten entlasten und langfristige Perspektiven schaffen.

Die Ziele des Projekts

Ziel von ME.LAK ist eine autonome, vollelektrische Kehrmaschine, die den gesamten Arbeitsprozess selbstständig ausführt: reinigen, laden, entleeren und interne Reinigungsschritte durchführen. Das Fahrzeug soll mit seiner Umgebung interagieren und seine nächsten Fahr- und Arbeitsmanöver verständlich kommunizieren. Reinigungsrouten werden softwaregestützt geplant und angepasst.

Herzstück des Systems ist eine menschenzentrierte Leitstelle, in der Remote-Pilotinnen und -Piloten den Betrieb überwachen und bei Bedarf eingreifen. Dadurch entsteht zugleich ein neues, inklusives Berufsbild, das zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten bietet.

„ME.LAK zeigt, wie wir kommunale Dienstleistungen zukunftsfähig gestalten können: durch intelligente Automatisierung, neue Berufsbilder und eine menschenzentrierte Perspektive. Besonders stolz bin ich auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit in diesem Konsortium – hier kommen Expertise, Kreativität und praktische Erfahrung zusammen. So entsteht ein System, das nicht nur effizienter und nachhaltiger ist, sondern auch bessere Arbeitsbedingungen schafft. Wir sind überzeugt: Was hier in Duisburg entsteht, kann vielen Kommunen in Deutschland und Europa neue Wege aufzeigen," ist Thomas Patermann, Sprecher des Vorstands der Wirtschaftsbetriebe Duisburg, für das gesamte Konsortium sicher.

Interdisziplinäres Konsortium

Damit eine autonome Kehrmaschine Realität werden kann, braucht es Expertise aus vielen unterschiedlichen Bereichen: Fahrzeugtechnik, Softwareentwicklung, Psychologie, Logistik, Stadtverwaltung und operative Stadtreinigung. ME.LAK vereint diese Kompetenzen in einem interdisziplinären Konsortium, in dem Forschung, Industrie und kommunale Praxis eng zusammenarbeiten. Die beteiligten Partner bringen ihr spezifisches Know-how ein und entwickeln gemeinsam ein ganzheitliches System, das über Duisburg hinaus Modellcharakter haben kann.

Wirtschaftsbetriebe Duisburg: Die Wirtschaftsbetriebe Duisburg leiten das Projektkonsortium, koordinieren die Zusammenarbeit der Partner und stellen die notwendige Infrastruktur bereit. Sie testen die Entwicklungen unter realen Bedingungen der Stadtreinigung und verantworten rechtliche Vorgaben sowie Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerkommunikation.

Schotte Automotive GmbH & Co. KG: Schotte Automotive entwickelt die automatisierte Betriebsstätte und eine benutzerfreundliche Leitstelle zur Überwachung und Teleoperation der Kehrmaschine. Die Systeme werden schrittweise getestet und für den Einsatz optimiert.

Universität Duisburg-Essen (UDE): Die Universität Duisburg-Essen begleitet das Projekt wissenschaftlich. Sie entwickelt Sicherheitskonzepte, untersucht Akzeptanz und Nutzerverhalten und analysiert Mensch-Maschine-Interaktionen. Zudem unterstützt sie die Gestaltung der Leitstelle und begleitet Testphasen im nichtöffentlichen und öffentlichen Raum.

Krankikom GmbH: Krankikom entwickelt die zentralen Kommunikationsschnittstellen zwischen Fahrzeug, Leitstelle und Umfeld. Das Unternehmen gestaltet zudem die Nutzeroberflächen und erforscht, wie die Kehrmaschine ihre Absichten verständlich kommuniziert. Alle Systeme werden im Prototyp erprobt.

Bucher Municipal (Enway): Bucher Municipal entwickelt die autonomen Fahrfunktionen der Kehrmaschine, inklusive präziser Navigation und automatischem Anfahren von Lade- und Entleerstationen. In Praxistests werden diese Funktionen kontinuierlich weiterentwickelt.

Ausblick: Vom Prototyp zu Tests unter Realbedingungen

In den kommenden Monaten stehen weitere vorbereitende Arbeiten, detaillierte Entwicklungsphasen und vertiefende Planungen an, um den Weg für den praktischen Einsatz zu ebnen. Mitte 2026 sind erste Tests vorgesehen, die in einem gesicherten Bereich auf einem der Betriebshöfe der Wirtschaftsbetriebe durchgeführt werden. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse soll im Jahr 2027 der Testbetrieb auf den betrieblichen Flächen der Wirtschaftsbetriebe starten.

Langfristig bietet das System das Potenzial, in städtische Smart-City-Strategien eingebunden und auf andere Kommunen übertragen zu werden. Das Projekt ME.LAK läuft insgesamt bis zum 30. April 2028.